JNB-Platz NEU – Die Planung kann beginnen!

Planerin Carla Lo und Martine Claus von der GB*7/8/16

Jede Menge Inputs, Wünsche und Ideen der BewohnerInnen haben die MitarbeiterInnen der GB*7/8/16 in den letzten zwei Monaten für die Neugestaltung des Johann-Nepomuk-Berger-Platzes gesammelt. Viele haben die Möglichkeit zur Beteiligung genutzt und wichtige Themen eingebracht.

Nun wird es konkreter: Carla Lo und ihr Team arbeiten derzeit an einem ersten Entwurf für den urbanen Park. Die jungen LanschaftsarchitektInnen konnten bei der Ausschreibung überzeugen und wurden mit der Planung beauftragt. Über den Auftrag hat sich das Büro sehr gefreut, insbesondere auch deswegen, weil Samuel Bucher, der an dem Projekt maßgeblich beteiligt ist, in der Nähe des Platzes wohnt, also selber Anrainer ist.

Carla Lo und ihr Team
Carla Lo und ihr Team
Was passiert jetzt mit dem Johann-Nepomuk-Berger-Platz?

Was sind die Herausforderungen aus planerischer Sicht und wie geht man mit den Inputs aus der Bürgerbeteiligung um? Wir waren neugierig und haben das Team in ihrem Büro im 3. Bezirk besucht.

Das Planungsbüro Carla Lo gibt es seit 2009. Das Team hat in den letzten Jahren vermehrt Projekte für die Stadt Wien entwickelt und dabei auch Erfahrungen mit Bürgerbeteiligungsprozessen gesammelt. Zum Beispiel im 15. Bezirk beim Projekt Grünes Grätzel Maria vom Siege oder im Sachsenpark.

„Das Schwierige an den Beteiligungsprozessen ist klarerweise, dass man es niemals allen recht machen kann. Man kann leider Vieles nicht erfüllen. Das Herausfordernde ist auch, dass uns oft ‚Bilder‘ erzählt werden. Eine Rose ist aber oft nicht nur eine Rose, sondern steht für einen gemütlichen Sitzplatz, für Ruhe, fürs Entspannen oder für die Natur, vielleicht auch für Bienen, die da rumsurren oder für die Schmetterlinge! Diese symbolischen Bilder müssen wir als PlanerInnen erst mal entschlüsseln um herauszufinden welche Qualitäten wirklich gewünscht sind!“

Ihr momentaner Eindruck vom Platz ist der, eines dunklen und schattigen Ortes, mit wenigen Nutzungsmöglichkeiten. Es gibt also noch einiges zu tun! Dabei ist es aber wichtig, nicht zu gruppenspezifisch zu arbeiten, sondern „eine neutrale Gestaltung im Vordergrund zu behalten, damit der Platz möglichst vielen verschiedenen NutzerInnengruppen offen bleibt“. Als Freiraumplanerin ist man stets so eine Art Anwältin aller!“, meint Carla. „Der öffentliche Raum ist und soll ja für alle da sein!“ Dass dies nicht immer eine einfache Aufgabe ist, kann man sehr gut am Beispiel des Johann-Nepomuk-Berger-Platzes beobachten: „die Wünsche und Ansprüche sind wirklich unterschiedlich und zum Teil sehr widersprüchlich!“ Verständnis für unterschiedliche Bedürfnisse wünscht sich Carla deshalb auch von den NutzerInnen selbst: „Es wäre schön, wenn die unterschiedlichen AnrainerInnen über ihre eigenen Ansprüche hinaus sehen und auf andere NutzerInnen Rücksicht nehmen. Nur so kann ein gutes Miteinander am Platz gelingen!“

Neben funktionalen gibt es aber auch räumliche Herausforderungen die zu meistern sind: „Gestalterisch wird es am Johann-Nepomuk-Berger-Platz herausfordernd sein, den Baumbestand mit der Neuplanung zu überlagern“, so Carla Lo.

Es bleibt also weiterhin spannend. Wir danken Carla für das nette Gespräch und freuen uns auf den Entwurf.