Damals am Johann-Nepomuk-Berger-Platz

Historische Ansicht Johann-Nepomuk-Berger-Platz

Der Johann-Nepomuk-Berger-Platz hat nicht nur eine Zukunft als neu gestalteter urbaner Platz vor sich, sondern auch eine spannende Vergangenheit hinter sich. Wir haben uns näher mit der Geschichte des Platzes beschäftigt und sind dabei auf einige interessante Fakten gestoßen.

Johann-Nepomuk-Berger war Rechtsanwalt, Schriftsteller und liberaler Abgeordneter während der Zeit der Monarchie. Berger kaufte den Platz vom Staat und überließ ihn später den Gemeinden Ottakring und Neulerchenfeld zu einem günstigen Preis.

Marktplatz und Pferde-Altersheim

Um die Jahrhundertwende war am „Berger-Platz“ ziemlich viel los, er war schon damals ein sehr urbaner Platz. Es gab einen Markt, ein markantes Brunnenhaus zur Wasserentnahme, und auch das Bürgermeisteramt (die heutige Bezirksvorstehung am Richard-Wagner-Platz) war in einem der Gebäude untergebracht. An der nördlichen Seite lag ein Heim für marode Straßenbahn-Pferde, das allerdings mit der Einführung der elektrischen Straßenbahn bald geschlossen wurde.

Der Johann-Nepomuk-Berger-Platz um 1900
Der Markt am Johann-Nepomuk-Berger-Platz um 1900
Vergnügen und Unterhaltung

Unterhaltung war am Johann-Nepomuk-Berger-Platz nach 1900 groß geschrieben. Johann und Helene Nehéz zogen mit ihrem Zentral Kino 1911 von der Ottakringer Straße an die Ecke Abelegasse / Eckmüllnergasse. Heute beherbergen die ehemaligen Kinoräumlichkeiten einen Flohmarkt, der jedes Wochenende geöffnet hat und durchaus einen Besuch wert ist!

Flohmarkt Johann-Nepomuk-Berger-Platz
Flohmarkt im ehemaligen Zentral Theater am Johann-Nepomuk-Berger-Platz

Auf der anderen Platzseite neben der Feuerwehr befand sich das bekannte Vergnügungslokal Varieté Westend. Hans Moser spielte hier am Anfang seiner Schauspielkarriere, und auch die skandalumwitterte Josephine Baker hatte hier einen Gastauftritt. Im Jänner 1938 wurde das Theater abgerissen, um einem Wohnhaus und der Erweiterung der daneben befindlichen Feuerwehr Platz zu machen.

Direkt über der Ausfahrt der Feuerwehr ordinierte in den 1960er Jahren ein beliebter Kinderarzt, bei dem die Wartezeit durch ausfahrende Feuerwehrautos durchaus spannend war…

Die Ottakringer Brauerei war damals noch viel kleiner als heute. Auf dem Areal befand sich um die Jahrhundertwende eine Waffenfabrik, später mehrere Wohnhäuser. Die Gebäude wurden abgerissen, die Brauerei expandierte und wurde zum Landmark am heutigen Johann-Nepomuk-Berger-Platz.

JNB-Platz 1936
Johann-Nepomuk-Berger-Platz 1936

Wir bedanken uns beim Bezirksmuseum Ottakring, das uns die historischen Aufnahmen freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat!